Teil 3

Die paar Pflaenzchen auf dem Felsen waren gerade genug um S.s eigenen Bedarf einzudecken. Fuer die sieben oder acht haette er nicht zu viel Aerger gehabt mit der Polizei welche jeden September mit ihren Hubschraubern herum flogen um hunderte, ja tausende zu entdecken in den Waeldern. Doch weil S. einen so grossen Erfolg mit seinen wenigen feierte wurde er eines Tages von Gier angegriffen da er sich ausrechnete wieviel Geld er an 400 Pflanzen machen koennte. Er errichtete eine kleinen Huette welche von Plastic umhuellt war sodass die Sonne rundrum reinscheinen konnte. Er war in jenem Plan nicht alleine, ein paar seiner Freunde und Nachbarn wollten auch mitmachen und hatten auch ihre Pflaenzchen parat fuer den Fruehlingsumzug in sein Plastikhaueschen. Das SEINE sodass sie selber keine Risiskos auf sich nahmen mussten. S. konnte nie jemandem was abschlagen und liess sich darauf ein.

An einem wunderbaren Fruehling Samstag nachmittag fuhr ich wieder raus und da er Besuch hatte nahm ich ein Buch mit in seinen Wald und ging den Huegel hoch so hoch es ging damit ich ganz ganz alleine war und mich niemand stoerte beim Lesen und meiner Feier mit all dem Gruen um mich rum. Ich war vielleicht eine Stunde dort oben und hoerte ploetzlich Autoreifen kreischen von mehr wie einem Auto. Freute mich dass sein besoffener Besuch wieder nach Hause fuhr und weil ich auch einen grossen Durst angelegt hatte ging ich runter zum Haus fuer ein Glas Wasser. Was mich dort erwartete kann ich in meinem Kopf noch heute sehen.

Fuenf Polizeiautos waren vor S. Haus geparkt. FUENF. Zehn Polizisten fuchtelten in der Luft herum und schrien ihn an waehrend er nur seinen Kopf verneinend schuettelte. Ich hatte Schiss bei Gott und wusste nicht was tun. Die da unten sahen mich noch nicht aber im Walde bleiben wollte ich auch nicht und ich dachte, gehste jetzt mal hin bold as brass als wuesstest du von nichts. Ich kam am Haus an und wollte mir mein Glas Wasser holen, wurde aber sofort angeschnauzt von einem der Polizisten bei der Haustuer.

“Madam! NO ONE gets into this house until we completed this investigation. Is this understood? And who by the way, are YOU?”

Ich nannte ihm meinen Namen und erklaerte ihm dass S. Mein Freund waere. Die Polizisten durchsuchten die ganze Huette um das zu finden von welchem sie gehoert hatten. Wer gepetzt hatte wurde nie rausgefunden. Wir warteten sicher zwei Stunden vor dem Hause bis die alle wieder rauskamen und in ihre Autos stiegen. Einer der letzten vom Hause kommend sah sich noch etwas um und sein Stiefel fuehlte einen Wiederstand unter dem Laub. Er bueckte sich zu sehen was da war und fand ein vier cm langes Stromkabel jetzt entbloesst aus der Erde ragen. Er und sein Kollege zogen es auf mit beiden Haenden und folgte ihm so fuenfzig Meter bis zur Plasikhuette.

Wir sahen uns schweigend an.

S. bekam ein Datum fuers Gericht in der Stadt welche man in anderthalb Stunden erreichen konnte von seinem Haus. Er landete das erste Mal im Gefaengnis fuer einen Monat. Ich kannte keine Sau welche je in einem Gefaengnis gelandet war. Er durfte mir von dort aus telefonieren zu meiner Wohnung so lange ich den Anruf bezahlte. Wuerde ich ihm bitte Geld bringen sodass er sich dort Zigaretten kaufen konnte. Wie es mir war ein Gefaengnis zu besuchen werde ich nie beschreiben koennen. Mein ganzes Leben war ich behuetet, erst von den Eltern dann von meinem Ehemann. Habe nie ausgeschlagen, war bis ich S. kennenlernte in der sogenannten Box. Und erst mit S. “genoss” ich meine ersten Abendteuer welche fuenf Jahre dauerten.

Vor dem Gefaengnis stehen muessen und den Knopf am Tor druecken war mir schon allein einen Graus. Was wenn meine Vermieter meiner Wohnung vorbeifuhren und mich dort sahen? Was wenn mich irgendjemand sah welche mich kannten? Es dauerte bis ich eine Stimme hoerte welche meinen Namen frug und wen ich besuchen wollte. Dann oeffnete sich das Tor und ich ging zu dem kleineren Gebaeude hin und rein. Da waren Leute die auf Baenken sassen und der Beamte sprach gerade mit einem davon. Ich stand dahinter bis ich an die Reihe kam und wurde auf die Bank gewiesen mit dem Hinweis dass ich dort zu warten haette bis mein Name gerufen wurde.

Ich sah mich etwas um und gerade neben mir sass eine junge Frau. Die war so wahnsinnig nervoes dass sie hie und da aufstand und umherlief wie ein Tiger im Kaefig bis der Beamte sie anschnauzte, solle sich sofort hinsetzen. Zwei junge Kerle mit ein halbes Dutzend Tatoos auf den Armen fluesterten miteinander und der Name des einen wurde gerufen. Er wusste welche Tuer er nehmen musste und ich presste dies in mein Gehirn sodass ich nicht noch bloeder aussah wie ich mich fuehlte wenn ich gerufen wurde. Als ich endlich meinen Namen hoerte ging ich zur selben Tuer und eine Waerterin zeigte mir an dass ich durch die andere Tuer gehen solle. Pfffft.

Ich musste durch einen Gang gehen dann rechts und kam dann in einen Raum wo die verschiedenen Besucher vor einer Glaswand mit den ihrigen Gefangenen durch ein Telefon sprachen. Da war gerade noch ein freier Stuhl fuer mich wo ich auf S. wartete. Waehrend ich dies tat sah ich dass die Glaswand furchtbar dreckig war und noch dreckiger war das Regal davor mit dem noch dreckigeren Telefon drauf. Yuk!

S. schlenkerte rein mit einem orangenfarbigen Gefaengnisanzug in welchem er sogar sehr  sexy aussah. Er war eh gross und schlank und mit seinen schwarzen langen Haaren und seinem Bart schaute aus als wuesste er dass er mir gefiel wenn auch die Situation zu wuenschen uebrig liess. Seine schoenen weissen Zaehne blitzten als er mich angrinste und sich setzte. Es schien dass er das Beste aus der Sache zu versuchen machte und er sich auf Zigaretten freute.

Jede Woche jenes Monats musste ich ihm Geld dafuer bringen. Ich kann ehrlich sagen dass ich mich durchaus nie gewoehnen konnte ihn in jener Hoelle zu besuchen, es schien ihm jedoch weniger auszumachen als mir. Ich bekam Angst dass meine Geschwister davon erfuhren, meine Freunde (innen), meine Arbeitskollegen oder mein Boss. Solange er im Gefaengnis weilte wurde Angst meine taegliche Gefaehrtin.

2 Kommentare zu „Teil 3“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s