Teil 3

Die paar Pflaenzchen auf dem Felsen waren gerade genug um S.s eigenen Bedarf einzudecken. Fuer die sieben oder acht haette er nicht zu viel Aerger gehabt mit der Polizei welche jeden September mit ihren Hubschraubern herum flogen um hunderte, ja tausende zu entdecken in den Waeldern. Doch weil S. einen so grossen Erfolg mit seinen wenigen feierte wurde er eines Tages von Gier angegriffen da er sich ausrechnete wieviel Geld er an 400 Pflanzen machen koennte. Er errichtete eine kleinen Huette welche von Plastic umhuellt war sodass die Sonne rundrum reinscheinen konnte. Er war in jenem Plan nicht alleine, ein paar seiner Freunde und Nachbarn wollten auch mitmachen und hatten auch ihre Pflaenzchen parat fuer den Fruehlingsumzug in sein Plastikhaueschen. Das SEINE sodass sie selber keine Risiskos auf sich nahmen mussten. S. konnte nie jemandem was abschlagen und liess sich darauf ein.

An einem wunderbaren Fruehling Samstag nachmittag fuhr ich wieder raus und da er Besuch hatte nahm ich ein Buch mit in seinen Wald und ging den Huegel hoch so hoch es ging damit ich ganz ganz alleine war und mich niemand stoerte beim Lesen und meiner Feier mit all dem Gruen um mich rum. Ich war vielleicht eine Stunde dort oben und hoerte ploetzlich Autoreifen kreischen von mehr wie einem Auto. Freute mich dass sein besoffener Besuch wieder nach Hause fuhr und weil ich auch einen grossen Durst angelegt hatte ging ich runter zum Haus fuer ein Glas Wasser. Was mich dort erwartete kann ich in meinem Kopf noch heute sehen.

Fuenf Polizeiautos waren vor S. Haus geparkt. FUENF. Zehn Polizisten fuchtelten in der Luft herum und schrien ihn an waehrend er nur seinen Kopf verneinend schuettelte. Ich hatte Schiss bei Gott und wusste nicht was tun. Die da unten sahen mich noch nicht aber im Walde bleiben wollte ich auch nicht und ich dachte, gehste jetzt mal hin bold as brass als wuesstest du von nichts. Ich kam am Haus an und wollte mir mein Glas Wasser holen, wurde aber sofort angeschnauzt von einem der Polizisten bei der Haustuer.

“Madam! NO ONE gets into this house until we completed this investigation. Is this understood? And who by the way, are YOU?”

Ich nannte ihm meinen Namen und erklaerte ihm dass S. Mein Freund waere. Die Polizisten durchsuchten die ganze Huette um das zu finden von welchem sie gehoert hatten. Wer gepetzt hatte wurde nie rausgefunden. Wir warteten sicher zwei Stunden vor dem Hause bis die alle wieder rauskamen und in ihre Autos stiegen. Einer der letzten vom Hause kommend sah sich noch etwas um und sein Stiefel fuehlte einen Wiederstand unter dem Laub. Er bueckte sich zu sehen was da war und fand ein vier cm langes Stromkabel jetzt entbloesst aus der Erde ragen. Er und sein Kollege zogen es auf mit beiden Haenden und folgte ihm so fuenfzig Meter bis zur Plasikhuette.

Wir sahen uns schweigend an.

S. bekam ein Datum fuers Gericht in der Stadt welche man in anderthalb Stunden erreichen konnte von seinem Haus. Er landete das erste Mal im Gefaengnis fuer einen Monat. Ich kannte keine Sau welche je in einem Gefaengnis gelandet war. Er durfte mir von dort aus telefonieren zu meiner Wohnung so lange ich den Anruf bezahlte. Wuerde ich ihm bitte Geld bringen sodass er sich dort Zigaretten kaufen konnte. Wie es mir war ein Gefaengnis zu besuchen werde ich nie beschreiben koennen. Mein ganzes Leben war ich behuetet, erst von den Eltern dann von meinem Ehemann. Habe nie ausgeschlagen, war bis ich S. kennenlernte in der sogenannten Box. Und erst mit S. “genoss” ich meine ersten Abendteuer welche fuenf Jahre dauerten.

Vor dem Gefaengnis stehen muessen und den Knopf am Tor druecken war mir schon allein einen Graus. Was wenn meine Vermieter meiner Wohnung vorbeifuhren und mich dort sahen? Was wenn mich irgendjemand sah welche mich kannten? Es dauerte bis ich eine Stimme hoerte welche meinen Namen frug und wen ich besuchen wollte. Dann oeffnete sich das Tor und ich ging zu dem kleineren Gebaeude hin und rein. Da waren Leute die auf Baenken sassen und der Beamte sprach gerade mit einem davon. Ich stand dahinter bis ich an die Reihe kam und wurde auf die Bank gewiesen mit dem Hinweis dass ich dort zu warten haette bis mein Name gerufen wurde.

Ich sah mich etwas um und gerade neben mir sass eine junge Frau. Die war so wahnsinnig nervoes dass sie hie und da aufstand und umherlief wie ein Tiger im Kaefig bis der Beamte sie anschnauzte, solle sich sofort hinsetzen. Zwei junge Kerle mit ein halbes Dutzend Tatoos auf den Armen fluesterten miteinander und der Name des einen wurde gerufen. Er wusste welche Tuer er nehmen musste und ich presste dies in mein Gehirn sodass ich nicht noch bloeder aussah wie ich mich fuehlte wenn ich gerufen wurde. Als ich endlich meinen Namen hoerte ging ich zur selben Tuer und eine Waerterin zeigte mir an dass ich durch die andere Tuer gehen solle. Pfffft.

Ich musste durch einen Gang gehen dann rechts und kam dann in einen Raum wo die verschiedenen Besucher vor einer Glaswand mit den ihrigen Gefangenen durch ein Telefon sprachen. Da war gerade noch ein freier Stuhl fuer mich wo ich auf S. wartete. Waehrend ich dies tat sah ich dass die Glaswand furchtbar dreckig war und noch dreckiger war das Regal davor mit dem noch dreckigeren Telefon drauf. Yuk!

S. schlenkerte rein mit einem orangenfarbigen Gefaengnisanzug in welchem er sogar sehr  sexy aussah. Er war eh gross und schlank und mit seinen schwarzen langen Haaren und seinem Bart schaute aus als wuesste er dass er mir gefiel wenn auch die Situation zu wuenschen uebrig liess. Seine schoenen weissen Zaehne blitzten als er mich angrinste und sich setzte. Es schien dass er das Beste aus der Sache zu versuchen machte und er sich auf Zigaretten freute.

Jede Woche jenes Monats musste ich ihm Geld dafuer bringen. Ich kann ehrlich sagen dass ich mich durchaus nie gewoehnen konnte ihn in jener Hoelle zu besuchen, es schien ihm jedoch weniger auszumachen als mir. Ich bekam Angst dass meine Geschwister davon erfuhren, meine Freunde (innen), meine Arbeitskollegen oder mein Boss. Solange er im Gefaengnis weilte wurde Angst meine taegliche Gefaehrtin.

Teil 2

In den 36 Acres Wald in dem wir uns rumtrieben da habe ich viel erlebt welches ich mir nie getraeumt haette. Der heimliche Garten in dem S. Marjiuana zuechtete zum Anfang. Ich ging mit ihm um die Pflanzen zu waessern, ich, welche diese nie rauchen wollte da mir Zigaretten genug waren. Er hingegen war meistens high von Pot denn er rauchte das Zeug den ganzen Tag lang.

Der Weg zum “Garten” war steil und steinig und so geheim dass niemand diese Pflanzen gefunden haette denn ein solcher Garten ist noch immer verboten hier. Endlich kam man zu einem kleinen Felsen der dort wie eine Insel alleine stand, nur man konnte ihn nicht erreichen ohne man sprang anderthalb Meter ueber einen tiefen Abgrund und das konnte ich nie tun ohne dass er seine Hand mit einem Ast zu mir ausstreckte und er meinen moeglichen Fall in letzter Sekunde noch auffangen konnte aber immer gerade noch. Das wurde mir endlich zu viel und er spannte dann zwei schmale Bretter darueber ueber welche ich langsam und unsicher schritt bis ich seine Haende ergreifen konnte.

Ich haette alles fuer ihn getan haette er gefragt. Nach dem Waessern der Pflanzen sassen wir eng zusammen und schauten hinunter auf nur Busch, vor uns und hinter uns nichts wie tausende von Baeumen. Oft kreisten Adler ueber uns waehrend wir…….Hie und da besuchten uns auch Schlangen wenn der Fels warm wurde von der Sonne welche wir auftankten bis sie unterging. Immer erschien es mir dass wir einzig und allein in der Welt waren. Wir waren nie einsam zu diesen Zeiten dort, es war als waere eine Anwesenheit bei uns die uns schuetzte und welche sich an unserm Tun erlabte und es gut hiess.

Fuer zwei Jahre kam der Himmel zur Erde runter und deshalb wurde die Hoelle eifersuechtig und wollte auch was von unserm Glueck haben.

fuer fuenf Jahre

Was mir nicht alles einfaellt waehrend ich Dire Straights “Brothers in Arms” hoere. Diese Abenteuer fuer fuenf Jahren. Die meisten happy to the moon, andere dunkel und  gefaehrlich. Alleine schon wie ich so oft mitten im Winter um Mitternacht auf Eis und Schnee mit diesem einsamen Waldweg mit den vielen Kurven eine halbe Stunde lang gekaempft hatte so dass ich ja nicht im Graben landete. Niemand haette mich gefunden um diese Zeit. Keine Haeuser weit und breit, nur der Wald und ich und Temperaturen bis zu -15 oder -20. Und dann noch eine halbe Stunde auf dem Highway bis ich in meinem Staedtchen ankam, heil und happy dass mir nichts passiert war. Und die ganze Stunde Fahrt immer nur “Brothers in Arms” in meinen Ohren als wuerde mich dieser Song retten vom Unglueck welches nie geschah auf diesen Fahrten. Ich hatte ein Handy aber auf dem gefaehrlichen Waldweg mit den vielen Huegeln nebst Kurven, keinen Anschluss, dieser Ort war zu weit im Busch. Der Witz war dass ich keine Ahnung hatte davon denn ich brauchte mein Handy nie fuer einen Notanruf.

Diese melancholische Melodie hat es mir angetan, ich fuhr nach Hause nach wieder einem himmlischen Wochenende dort und weil ich ihn wieder verlassen musste bis zum naechsten WE, war ich himmlisch gluecklich und zugleich traurig wenn ich wieder nach Hause fuhr denn Montag kam die Wirklichkeit  im Staedtchen und meiner Job World wieder in mein Leben. Die ganze Woche habe ich vom WE dort gezehrt welches mich naehrte bis ich wieder hinfuhr im naechsten WE. Zu jedem Wetter zog es mich dort hin es war magisch und er war mein Magnet von dem ich nicht loskommen konnte, haette sollen aber war mir unmoeglich. Alle diese vielen Baeume welche den Waldweg umsaeumten, ich fragte sie immer wieder auf meinen Fahrten “wisst ihr wie gluecklich ich bin, ich weiss dass ihr es wisst denn ich fuehle in mir dass ihr mit mir feiert“. Noch heute, Jahre lang spaeter muss ich diesen Fahrweg nehmen um zu meinem Camp zu kommen. Auch jetzt frage ich die grossen Tannen immer wieder, koennt ihr euch erinnern an mich und wie es mit mir war, damals? Ja, ich glaube schon, ich fuehle es wenn ich Euch sehe im vorbeifahren. Und die gefaehrlichen Swamps links und rechts die kennen mich noch immer. Sie haben mich nie reingezogen, es waere ihrer so leicht gewesen mit meiner Attitude dass wenn ich in ihnen sterben muesste so waere ich in der groessten Happiness gestorben die es fuer mich je gab, wer wuerde nicht lieber so sterben als an einer Krankheit dahin serbeln fuer Monate oder Jahre.

(Fortsetzung folgt in den naechsten Tagen.)

Raetsel

Drei Freunde reisen zusammen und schreiben sich in ein Hotel ein. Da sie Geld sparen wollen planen sie sich nur ein Zimmer zu nehmen. Das Zimmer kommt auf dreissig Dollar und jeder bezahlt seine 10. Sie erhalten den Schluessel fuers Zimmer und sie sind kaum ausser Sicht dass sich der Hotelier erinnert dass an diesem Wochentag ein Zimmer bloss 25 Dollar kostet. Er ist ein ehrlicher Geshaeftsmann und schickt seinen jungen Helfer die Treppe hoch um die fuenf Dollar den drei Gaesten zu bringen. Der Junge denkt sich ja was, die drei wissen von dieser Verbilligung rein gar nichts und steckt sich zwei Dollar in die Tasche bevor er an die Tuer klopft und die letzten drei Dollar den Maennern zurueckzahlt. Die freuen sich natuerlich weil sie eben Sparer sind. Nun ist es aber so:  Im Grunde genommen hat dann jeder Freund nur 9 Dollar bezahlt mit dieser Verbilligung und der kleine Dieb hat seine zwei von dem die nichts wissen. Was wir aber wissen ist dass dreimal 9 Dollar 27 macht. Das laesst also noch die gestohlenen 2 womit wir auf 29 kommen. Wo ist der letzte Dollar und wer kann ihn finden????

26.Februar 2014

das hier muss jetzt leider in englisch gechrieben sein denn so schrieb ich es in die Zeitung damals ueber meinen Freund welcher von seinem besten Freund erschossen wurde hier in unserm Dorf.

This is a tribute to C. MacLeod Thomas who was shot on February 26th, 2014

Dear MacLeod,
Perhaps you know how much your untimely death is upsetting us. We miss you so much. What an icon you represented in this community, “an elderly man, living in a barn” ????
You were SO MUCH MORE than that, MacLeod!

You were a well traveled man. In your younger years you taught English in Tokyo, lived in Vancouver, Montreal  and other big cities in Canada. Yet, years later, you chose to live in your barn after your farmhouse burned down near Erinsville. You would have liked to live “off the grid”, but with your failing health could not have done the work this would have involved, so you had electricity installed in your living quarters of the barn for lights, cooking, listening to music and CBC radio and watching TV.  Your wood stove kept you warm.
We have fond memories of you showing us around your magnificent property and introducing us to your many favorite places, one being a hill from which one could see at a 360 degrees radius nothing but bush dotted with little lakes.

Of your many passions, one was music and the other reading. For years you mourned the thousands of books which burned in your house fire. Through them, you had done decades of research on the many topics of your interests yet you balked at using the resources of the Internet. You insisted that that particular media would be like candy to your cerebral hunger and you’d likely speed up your failing health by never wanting to sleep again.

Even at your age, you never lost your sense of curiosity about life. You considered yourself a “monitor” of the intellectually downward trend of popular culture and its resulting dumbing-down of the masses.  Loving parodies of popular media culture on TV, you often entertained your guests with small skits of your own, improvised on the spot. Thank you for keeping us endlessly amused with your razor-sharp wit.

We applauded your strong conviction that people in general are ruled by their fears, many of which amounted to nothing more than fear of being different from the “herd”.  People’s pervasive practice of keeping up appearances and thinking like everyone else were alien to you, MacLeod.

It saddened us to see your frail health weaken you year after year.  How often did we hear you say that you’d like to die on your own land some day. Your wish was granted albeit in a stunningly tragic way.
We celebrate the privilege to have known you. You were a philosopher and TRUTH and BEAUTY were your guiding principles in life.

“An elderly man living in a barn”……..indeed.

heute gefunden

“Ein Mann verließ niemals das Haus, ohne zuvor eine handvoll Bohnen einzustecken.
Er tat dies nicht, um sie zu kauen. Nein, er nahm sie mit, um die schönen Momente des Tages bewusster wahrzunehmen und sie besser zählen zu können. Jede positive Kleinigkeit, die er tagsüber erlebte, für alles, was ihn erfreute, ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche wandern. Manchmal waren es gleich zwei oder drei.
Abends saß er zu Hause und zählte die Bohnen aus der linken Tasche. Er zelebrierte diese Minuten. So führte er sich vor Augen, wie viel Schönes ihm an diesem Tag widerfahren war und freute sich . Und sogar an einem Abend , an dem er nur eine Bohne zählte, war der Tag gelungen. Es hatte sich zu leben gelohnt”

Author fuer mich unbekannt. 😦

 

Gefaehrliche Reise

Ein Verwandter von mir und sein Sohn kommen von Saskatchewan wieder nach Ontario nach drei Jahren. Heute mussten sie durch einen furchtbaren Schneesturm fahren mit ihrem Truck und Anhaenger sowie das kleine Auto. Wir hatten wirklich Angst dass sie einen Unfall haben koennten heute denn der Trans Canada Highway war nicht nur voll von Eis und Schnee und Whiteouts sondern auch voll von Autos welche im Graben landeten.

Heute Abend aber fanden wir raus dass sie es bis Kenora geschafft haben und sich in einem Motel eingenistet bis morgen wo sie wieder bei viel Schnee durch das noerdliche Ontario fahren muessen was der laengste Teil ihrer Reise sein wird.

Wir hoffen und wir beten dass sie gesund ankommen und lieber noch ein Motel nehmen als es zu erzwingen  die Nacht durch zu fahren morgen.

Freitag Abend

So wie ich nach Jahrzehnten in Kanada jetzt deutsch schreibe ist das meine Deutsch Uebung in diesen Blogs. In englisch bin ich viel besser aber ich will meine Schulsprache zurueck haben. Meine Muttersprache ist Schweizerdeutch. So seid bitte geduldig mit mir wenn sich mein Blog etwas holprig liest. Also dann zu heute abend:

Wie mich Beethovens 7. Symphonie, sein Allegretto immer aufwuehlt. Ich verstehe nie wie gewisse Musik mich aendert zur Zeit wie ich sie anhoere. Jedesmal werde ich jemand anders aber was das ist weiss ich nicht.

Als Kind sah ich wenige Filme aber wenn wir selten mal ins Kino gingen da kam ich immer raus als waere ich in einer andern Welt. Als waere ich den Lead von der Story, ob das nun eine Frau oder ein Mann war. Auf dem Nachhauseweg sprach ich deren Dialekt fuer eine Weile ohne dass ich dies wollte und wenn wieder zu Hause wurde ich wieder meiner selbst.

Wolfie wuenscht Euch ein schoenes WE, hier gehts nach Mitternacht zu.

vor acht Jahren

da gab mir jemand einen alten Camper. So komplett unerwartet und so willkommen. 1 Fahrstunde von mir noerdlich an einem kleinen See. Da campierte ich fast jede Woche und fast immer alleine. Jahrelang wuenschte ich mir eine kleine Blockhuette und wusste dass dies nur ein Traum sein kann. Jetzt ists halt nur ein Camper und ein alter, heruntergekommener. Aber da am Abend mein Feuer anzumachen, mich davorzusetzten und die Sterne beobachten in diesem samtschwarzen Himmel, wie konnte ich nur so viel Glueck haben? In der Nacht die Woelfe heulen hoeren, die Eule im Wald welche die eine Nacht nicht aufhoerte mit ihrer Serenade, wie ist es moeglich dass ich das durfte nach so vielen Jahre des Wuenschens?
Ich nahm auch Freunde dort raus, wir haben gefischt und assen etwas was ich noch nie gegessen, naehmlich mudcats. Joe hat sie ganz braun und knusperig auf seinem Barbie gebraten, dazu hat er in Scheiben geschnittene Kartoffeln mit Zwiebeln in Aluminumfoile auf der weissheissen Kohle gebacken. Das war einer der vielen schoenen Tage da draussen. Sobalds warm wird im April bin ich hier weg und werde meinem Naturfimmel froehnen bis die Balken krachen. Solange der Camper aushaelt. 5 Leute koennen dort bequem schlafen und ich hoffe nur dass da keine neuen Camper mehr hingestellt werden denn dann muss ich woanders hin, tiefer in den Wald wo mich niemand stoeren kann in meiner Natur, meine Mutter, meine Goettin.

gibts das?

In der ersten Woche des Januars musste ich mein Auto zur Garage bringen. Musste aber einkaufen gehen und mein alter Nachbar in der naechsten Farm hat sich angeboten mich zu fahren. Er ist 87 und ich wollte eigentlich nicht aber aus Hoeflichkeit zu der generoesen Offer konnte ich nicht wirklich nein sagen. Wusste aber nicht was fuer ein Autofahrer er war in diesem hohen Alter aber ich sollte es ganz bald rausfinden.
Auf dem Highway zum Staedtchen schlaengelte er hin und her und ich habe meine Zunge ein Dutzend Mal abgebissen. Was konnte ich schon sagen?

Im Staedtchen angelangt nahm er eine Strasse zum Laden wo viele Querstrassen dazwischen lagen und natuerlich mit den dazugehoerigen Stop signs von welchen er kein einziges wuerdigte. “Stu….” schrie ich, “Du musst doch bei denen anhalten sonst kommen wir noch in einen Unfall”.

“Bloedsinn”, erwiederte er, “es kommt ja nichts”. Wie wusste er was da kam oder nicht kam, er guckte ja nur schnell mal hin und her und durchquerte die Strasse. Ich hatte ganz ploetzlich den Verdacht dass er auch nicht gut sehen konnte und meine Nerven fingen an sich bemerkbar zu machen. Gluecklicherweise kamen wir aber bei dem Supermarkt an, wer weiss wem seine Schutzengel uns geholfen haben, vielleicht seine. Ich wusste jetzt aber dass ich nie mehr mit ihm fahren wollte. Nun war es aber zu spaet und ich war mit in der Sauce.

Er wollte dass ich auch fuer ihn einkaufen solle, er wolle im Auto warten und seine Pfeife rauchen. Also geplant und gemacht. Als ich wieder mit seinen und meinen Paketen zum Auto kam da war er nicht drinnen. Ich guckte ueberall im Parking lot und sah dass er weit unten mit einer Frau sprach. Ich wartete bestimmt 10 Minuten bis es ihn geluestete zu seinem Auto zurueck zu kommen.

“Ist das eine Bekannte von Dir, Stu?”

“No, ich sah sie nur vorbeilaufen und frug sie warum sie eine solche miserable Miene auf hatte”.

Ich war ganz froh dass ich nicht dabei gewesen war, das wurde mir jetzt aber doch zu peinlich. Ich wusste von ihm dass weil er so ganz alleine lebt er sehr einsam ist und gerne mit jedermann redet, ob er sie kennt oder nicht. Auf dem Nachhauseweg betete ich streng dass wir die 45 Minuten heil hinter uns brachten sodass ich nie mehr mit ihm fahren muesste.

Leider war der erste Teil nur mehr der Anfang der Geschichte. Als wir bei einer Tankstelle vorbeifuhren wollte er ganz schnell auch noch tanken denn die langen Autoschlangen dort haben ihm gezeigt dass Benzin ziemlich billig war an jenem Tage. Da warteten wir bestimmt 15-20 Minuten bis wir an die Pumpe kamen. Er ging dann in seinem ewig langsamen Gange ums Auto rum und ich las etwas in einem Heft. Dann hoerte ich eine Maennerstimme sagen:

“Sir, what are you doing?” und er wiederholte dies etwas lauter das zweite Mal.

Ich hoerte Stu antworten dass er ein Arztzeugnis haette welches ihm dies erlaubte wenn noetig.

Mein Kopf flog rum um gerade zu sehen dass Stu an die Pumpe pinkelte. :oops: Vor ALLEN Leuten in den etwa 15 Autos welche in der Schlange warteten! Sie guckten ihn an und dann guckten sie mich an oder was sie von mir noch sehen konnten in meinem Sitz. Er zippte auf und ging dann fuer sein Benzin bezahlen und als er rauskam da sah er wie frisches Benzin von einem grossen Tankard in die andern Pumpen gepumpt wurde und statt andern Autos Platz zu machen bei unserer Pumpe, liess mich dort hocken und ging mal rueber zu den Benzin-maennern um ihnen zuzuschauen. Ich musste endlich aus dem Auto kriechen um ihm beim Arm wegzuziehen so dass wir endlich nach Hause fahren konnten oder ich hoffte wir konnten es tun. Die Maenner zwinkerten mir zu, die schienen ihn lustig zu finden.

Als wir gerade wieder auf dem Highway eine Linksdrehung machen mussten nach Norden fuhr Stu geradezu in den Mittagsverkehr hinein ohne zu gucken ob was kam und es kam von links und rechts und ich schrie dass Autos kommen von allen Seiten er solle ganz schnell stoppen!

“Warum soll ich stoppen? Wenn die mich nicht sehen koennen dann haben sie kein Recht auf einen Fahrschein!”

Und so kreischten aller moegliche Reifen und heulte jede Hupe hysterisch auf aber Stu war es wurst und wir waren endlich auf dem Weg nach Hause waehrend ich wie gekochten Spinat gruenlich in meinem Sitz hing.

Als ich wieder sprechen konnte auf unserm Weg frug ich ihn ob er wirklich ein solches Arztzeugnis haette,

“No, I lied” lachte er teuflisch. “But you see, when I have to go, I have to go immediately or I’ll piss my pants”.

Lebenserinnerungen0