Teil5

Ich wusste nicht was ich tun sollte. Irgendwie dachte ich nicht dass er in einem Unfall gelandet war. Wie er da so cool bei mir eingebrochen war und es dazu noch lustig fand, zwang mich jetzt zu denken. Ich kannte ihn nicht mehr.

Ihn bei der Polizei zu verpetzen wollte ich auch nicht, der Horror ihn im Gefaengnis zu sehen stak mir noch immer in den Knochen. Ich hatte noch eine Woche uebrig zum Haushueten und brauchte das Auto nicht bis dann. Aber jede taegliche Stunde dieser drei Tage raubte mir die Ruhe. Meine Nerven wurden roh.

Am dritten Tag so um vier telefonierte er mir:

“Dein Auto ist in dem Staedtchen wo wir immer einkaufen bei der Garage wo Du Deinen Reifen flicken liesst letzten Sommer. Ich gab dem Mann Deine Schluessel mit Deinem Namen und er sagte dass das Auto nicht laenger wie einen Tag dort stehen sollte. Hole es also so schnell wie moeglich. Ich hitsche jetzt nach Hause und denke kaum dass Du mir dafuer vergeben kannst sei aber sicher dass ich mir selber nicht vergebe. Ich liess das Auto noch blitzsauber waschen, dachte das waere wohl das Wenigste was ich fuer Dich tun konnte. Wenn Du mich jetzt nie mehr sehen willst verstehe und akzeptiere ich das.”

Und hing auf. Mir war als haette er mir einen Kessel eiskalten Wassers uebern Kopf gegossen. Wusste nicht was ich denken sollte. Mein Auto zu klauen fuer drei Tage und dann so feige sein und mir das nicht zu meinem Gesicht sagen koennen.

Und jetzt musste ich meine beste Freundin anrufen ob sie mir einen Ride geben koenne um mein Auto holen zu koennen. Es ist klar dass ich ihr das Ganze nicht erklaeren wollte und musste nun auch noch anfangen zu luegen was mit meinem Auto los war dass es in die Garage musste. Ich fand das Auto sauber, Benzin war voll und ich fand sonst keine Besonderheiten an ihm. Immer noch ganz benommen fuhr ich zum Haus zurueck.

Wie koennen zwei volle Jahre Glueck sich von einem Tag zum andern so veraendern als waere man ganz ploetzlich zwischen Himmel und Hoelle. Ich wuenschte es nicht zu wissen aber sollte es ganz bald rausfinden.

Nach dem Haushueten fuhr ich wieder heim in meine Wohnung und war froh dass meine Ferien zu Ende waren denn meine Arbeit nahm mich wieder in Anspruch was mir etwas half mich etwas zu distanzieren von dem Geschehenen. Ich wollte und dann wieder nicht ihn anrufen, das ging bei mir hin und her und doch hatte ich das Gefuehl dass er mir Rechenschaft schuldig war.

An einem Samstag nachmittag fuhr ich ohne zu telefonieren zu seinem Haus raus so dass er mir nicht entrinnen konnte sollte er zu Hause sein. Ich parkte mein Auto wo ich es immer parkte und hupte. War er da oder nicht? Die Tuer war unverschlossen und ich ging ins Haus welches sehr unordentlich aussah, Geschirr war nicht gewaschen worden, alles schien so durcheinander und als ich seine Schlafzimmertier oeffnete sah ich ihn in unserm Bett schlafen.

Ich weckte ihn ziemlich unsanft und in erstaunlicher Weise zog er mich zu sich herab und hielt mich fuer eine lange Zeit fest. Er haette mich soooo vermisst. Sei ich noch sehr sauer ueber sein Verhalten? Ich sagte solange ich nicht wuesste was da anging, ja solange waere ich noch sehr sauer. Wollte ich ihm bitte einen starken Kaffee machen so wuerde er aufstehen und wir koennten im Wohnzimmer darueber sprechen. So lange ich ihm hoch und heilig verspreche ihn nicht zu hassen nachdem ich im Bilde war.

Und weil ich ihn immer noch liebte, versprach ich ihm das.

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